Branchen · Betriebsmedizin
Betriebsarzt für Pflege und Arztpraxen: Vorsorge, Impfung
Wer in Praxen, Pflegediensten, Pflegeeinrichtungen oder im Rettungsdienst arbeitet, hat oft Kontakt zu Krankheitserregern und Körperflüssigkeiten. Die ArbMedVV legt dafür Pflichtvorsorge fest und macht das Impfangebot zum Teil der Vorsorge.
Auf einen Blick
- Typische Anlässe: Kontakt zu Erregern und Körperflüssigkeiten, Latexhandschuhe, Heben und Tragen
- Pflichtvorsorge: in Einrichtungen zur Untersuchung, Behandlung und Pflege bei regelmäßigem Kontakt
- Impfungen: gehören zur Vorsorge und werden angeboten, wenn das Risiko erhöht ist
- Nach einem Unfall: Angebotsvorsorge unverzüglich, etwa nach einer Nadelstichverletzung
Vorsorge
Typische Vorsorgeanlässe
Der Anhang unterscheidet nach Einrichtung und Erreger. Die wichtigsten Anlässe für Praxen, Pflege und Rettungsdienst im Überblick.
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Medizinische Untersuchung, Behandlung und Pflege von Menschen Pflicht
Pflichtvorsorge bei regelmäßigem direktem Kontakt zu erkrankten oder krankheitsverdächtigen Personen mit Blick auf Keuchhusten, Hepatitis A, Masern, Mumps und Röteln. Außerdem bei regelmäßigem Kontakt in größerem Umfang zu Körperflüssigkeiten, Körperausscheidungen oder Körpergewebe, besonders bei erhöhter Verletzungsgefahr oder Aerosolbildung, mit Blick auf Hepatitis B und Hepatitis C. Das gilt auch für Bereiche, die diese Einrichtungen versorgen.
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Pflege- und Betreuungseinrichtungen ohne medizinische Behandlung Pflicht
Pflichtvorsorge bei regelmäßigem Kontakt in größerem Umfang zu Körperflüssigkeiten, Körperausscheidungen oder Körpergewebe mit Blick auf Hepatitis A, B und C.
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Rettungs- und Notfalldienste Pflicht
Pflichtvorsorge bei regelmäßigem Kontakt in größerem Umfang zu Körperflüssigkeiten, Körperausscheidungen oder Körpergewebe, besonders bei erhöhter Verletzungsgefahr, mit Blick auf Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virus.
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Impfungen Angebot
Impfungen sind Bestandteil der Vorsorge und werden angeboten, soweit das Infektionsrisiko durch die Tätigkeit im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist. Bei ausreichendem Immunschutz entfällt das Angebot.
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Nach Nadelstich oder Infektion Angebot
Muss mit einer schweren Infektionskrankheit gerechnet werden und ist eine postexpositionelle Prophylaxe möglich, oder ist eine Infektion erfolgt, bietet der Arbeitgeber unverzüglich Angebotsvorsorge an.
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Naturgummilatex-Handschuhe Pflicht
Pflichtvorsorge bei Tätigkeiten mit Naturgummilatexhandschuhen, deren Material mehr als 30 Mikrogramm Protein je Gramm enthält.
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Feuchtarbeit, Heben und Tragen Pflicht oder Angebot
Feuchtarbeit ab regelmäßig zwei Stunden je Tag ist Angebots-, ab vier Stunden Pflichtvorsorge. Bei wesentlich erhöhter Lastenhandhabung gilt Angebotsvorsorge.
Pflichtvorsorge muss der Arbeitgeber veranlassen, Angebotsvorsorge anbieten, Wunschvorsorge auf Wunsch ermöglichen. Die Zusammenhänge erklärt der Ratgeber Arbeitsmedizinische Vorsorge.
Betreuung
Wie die Betreuung Ihres Betriebs aussieht
Wie viel betriebsärztliche Betreuung Ihr Betrieb braucht, richtet sich nach der Beschäftigtenzahl und der Gefährdung.
Grundlagen für kleine Betriebe: Betriebsarzt im Kleinbetrieb, Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung. Die ganze Betreuung beschreibt Betriebsärztliche Betreuung für Betriebe, Preise stehen auf der Preisseite.
Ablauf
So kommen Sie zu einem Angebot
Beschäftigtenzahl und Tätigkeiten genügen für den Anfang.
- AnfrageSie füllen die kurze Angebotsanfrage unten aus oder rufen an: 05381 / 983 98 98.
- EinordnungWir klären, welche Vorsorgeanlässe und Eignungsuntersuchungen bei Ihnen anfallen, am besten anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung.
- AngebotSie bekommen ein schriftliches Angebot, in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.
Angebot anfragen
Fünf Angaben genügen. Sie bekommen in der Regel innerhalb von zwei Werktagen ein Angebot. Für Details wie Mitarbeiterlisten oder Gefährdungsbeurteilung gibt es später die ausführliche Anmeldung.
Häufige Fragen
Was Arbeitgeber in dieser Branche fragen
Gehört die Hepatitis-B-Impfung zur Vorsorge?
Impfungen sind Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge und werden angeboten, soweit das Risiko einer Infektion tätigkeitsbedingt und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist. Das Angebot entfällt, wenn die Person bereits einen ausreichenden Immunschutz hat (§ 6 Abs. 2 ArbMedVV).
Was gilt nach einer Nadelstichverletzung?
Der Arbeitgeber muss unverzüglich Angebotsvorsorge anbieten, wenn mit einer schweren Infektionskrankheit gerechnet werden muss und eine postexpositionelle Prophylaxe möglich ist, oder wenn eine Infektion erfolgt ist (Anhang Teil 2). Zeitkritische Schritte nach der Verletzung selbst regelt die Notfallversorgung, nicht die Vorsorge.
Wer führt die Vorsorge in einer kleinen Praxis durch?
Der Arbeitgeber muss einen Arzt beauftragen, der die Anforderungen des § 7 ArbMedVV erfüllt. Ist ein Betriebsarzt bestellt, soll er vorrangig auch die Vorsorge übernehmen (§ 3 Abs. 2). Die Vorsorge richtet sich nach Ihrer Gefährdungsbeurteilung, auch bei wenigen Angestellten.
Quellen
- Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) — gesetze-im-internet.de, Fassung nach der Änderung vom 11. Mai 2026
- ArbMedVV, Anhang: Arbeitsmedizinische Pflicht- und Angebotsvorsorge — gesetze-im-internet.de
Rechtsstand: Gesetzestexte abgerufen am 07.11.2026.